Indien Archiv

Der Mensch ist ein Augentier

Der Mensch ist halt doch ein Augentier. Besonders bei emotionalen Dingen wie Reisen und Urlaub sind daher Videos wohl für jeden Reiseveranstalter ein absolutes Muss. Ich habe bei meinem gerade erst beendeten einige Videos gedreht. Erstmalig muss ich zugeben, bin ich doch normal eher nicht so der Selber-Video-Dreh-Typ Mensch, sondern beschränke mich doch eher auf Fotos. Diese Videos könnt ihr euch auf meinem Youtube Channel ansehen.

7 days to go

Die Tage werden kürzer, ebenso geht es mit der Zeit bis zu meinem Aufbruch nach Indien. Heute in einer Woche werde ich mit dem Zug nach Wien düsen, morgen in einer Woche steht der Abflug nach Delhi am Programm, übermorgen in einer Woche steige ich dann nach in Leh aus dem Flieger aus. Von Wien aus nach Leh werden es fast 24 h Reisezeit sein bis zur finalen Ankunft. Nach dem mich das aber kaum erschrecken. Ich freue mich trotz der anstehenden Strapazen schon riesig auf die Reise!

Derzeit lese ich mich gerade nochmals intensiv ins Thema Ladakh ein. Ich habe nochmals bei meinem Reiseveranstalter Laxami Reisen in Hamburg nachgefragt. Ich gehe nicht wie gedacht auf Gruppenreise, sondern werde Ladakh recht einsam und allein gemeinsam mit meinem Führer erkunden. Höhepunkt wird die Radtour auf den Khardung La sowie die Besteigung des Kang Yatze mit 6200 m sein.

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Visumswahnsinn Indien

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Leider trifft diese Weisheit bei vielen Reiseländern schon vor dem Reiseantritt zu. Meine Indien Reise die ich in zwei Wochen antreten werde, kann schon im Vorfeld in dieser Kategorie locker mithalten. Die Beschaffung des Visums für Indien ist der pure Horror.

FFF: Foto, Formular, Frist

Das Visum für Indien muss über das Onlineformular der indischen Botschaft in Wien ausgefüllt werden. Klingt praktisch. Ist es aber nicht. Nämlich genau gar nicht. Das Formular bricht immer mal wieder unmotiviert ab, gibt eine zig-stellige Zahl um wieder einzusteigen um unter diesem Record anschließend nix zu finden. Suuuuuper!

Wer ein Visum für Indien braucht, muss Bastler sein. Es werden 2 Passfotos mit 5×5 cm benötigt. Unsere Passfotos von Hartlauer und Co sind natürlich größer. Schnippeln ist also angesagt. Der nette Fotograf hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Fotos exakt 5×5 sein müssen, nicht 5,05×5 sondern genau 5×5. Wenn die Inder schlecht aufgelegt sind, verweigern sie wegen so einer Kleinigkeit gerne schon mal das Visum.

Zuletzt die Frist. Man kann den Antrag nicht abgeben wann man will, sondern muss exakt 2 Wochen vorher dran sein. Ist natürlich toll wenn man nicht weiss ob das Foto und der Antrag passen bzw ob unsere Post den Pass nicht unterwegs verschlampt.

Irgendwann wurde mir das ganze zu kompliziert und ich habe mich Fall dazu entschieden das ganze über visum.at abzuwickeln. Die paar Groschen werden wohl auch nicht ins Gewicht fallen…

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Atemlos in Leh (Ladakh)

Einen tollen Reisebericht samt Fotos hat mir Peter Keller aus der Schweiz zugesandt. Lesend steigt die Vorfreude auf meine eigene Ladakh Reise. Vielen Dank lieber Peter an dieser Stelle.

Fast geheiratet, fast aufgefressen, ganz hingerissen

Im Verlauf unserer Indien-Reise war auch ein Aufenthalt in Ladakh geplant. Um 05.35 Uhr stiegen wir in Delhi in die Maschine. Etwas mehr als eine Stunde später beneidete mich Gerhard bereits um meinen Platz am Fenster: perfekte Aussicht auf den Himalaya. Der Flieger machte eine grosse Schleife durch die Täler, bevor er holprig landete. Leh liegt auf ca. 3500m. Das machte sich beim Ausstieg auch direkt in Form eines leichten Schwindelgefühls bemerkbar. Vielleicht lag es auch einfach an der Müdigkeit. Jedenfalls erreichten wir bald unser Hotel. Auf dem Parkplatz davor gab es ein regelrechtes Harley-Treffen. Wir waren wohl die einzigen Nicht-Biker-Gäste. Aufgrund der tausenden Warnungen, die wir von Bekannten erhalten hatten, wollten wir den ersten Tag zwecks Aklimatisierung extrem ruhig angehen. Nach dem Willkommens-Tee spazierten wir einfach mal gemütlich drauf los. Die Kopfschmerzen kamen trotzdem, allerdings nur bei mir. Das Ibuprofen hat zum Glück halbwegs gewirkt. Vom Palast und der Shanti-Stupa aus konnte man wunderbar das Flusstal und die umliegenden, schneebedeckten Sechstausender überblicken. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt. Etwas ausserhalb der Stadt begegneten wir einem freundlichen Mann, der darauf bestand, uns in sein Haus einzuladen und mit ihm zu essen. Das Beste: Er stellte uns seine 26-jährige Tochter vor und wollte, dass Gerhard sie heiratete. Ohne die Kopfschmerzen hätte ich mir das Lachen wohl kaum verkneifen können. Dem Mann war aber gar nicht zum Lachen, denn als Gerhard ablehnte, kippte die Stimmung direkt ins Negative und wir beschlossen, wohl besser zu gehen.

Die Temparaturen ändern sich hier drastisch. Am Tag verflucht man die Thermounterwäsche und kramt ständig nach Sonnencreme, gegen Abend wird es hingegen ganz schnell bitterkalt. Dafür gibt es einen unbeschreiblichen Sternenhimmel zu bewundern mit Sternschnuppen im gefühlten 20-Minuten-Takt.

Am nächsten Tag war ich durch meinen Kopf leider völlig ausser Gefecht gesetzt, weshalb ich im Hotel blieb, wobei Gerhard mir netterweise Gesellschaft leistete. In der Nacht wurde Pokies es besser, und ich fühlte mich fit genug für eine Jeeptour zum Langong-See. Wenn man vom Rest Indiens nach Leh kommt, wirkt es fast wie ein verschlafenes Nest. Internet war ausgefallen und die meisten Geschäfte öffneten erst gegen Mittag. Einzig die vielen Geländewagen wirkten diesem Eindruck entgegen. Die sind aber auch notwendig, wenn man die Strassen sieht, die teilweise kerzengerade den Berg hinauf führen. Auf der Fahrt zum See wurden wir ordentlich durchgeschüttelt. Neben der Strasse waren überall Zelte von Strassenarbeitern aufgestellt. Strassenarbeiter selbst bekamen wir aber keine zu Gesicht. Dabei wäre ihre Arbeit dringend notwendig gewesen J. Dafür sahen wir haufenweise Yak. Bei der ersten Pinkelpause machten wir eine weitere Entdeckung: das Wrack eines Google-Autos inklusive kaputter Dach-Kamera. In dieser Umgebung stösst wohl sogar Google an seine Grenzen.

Am See angekommen war es sehr windig und einige plaudernde Soldaten störten die Idylle des Ortes. Uns beachteten sie aber kaum. Das Wasser selbst schillerte in unnatürlich wirkenden Farben. Zum Baden lud es allerdings nicht wirklich ein. Wahrscheinlich erwähne ich zu oft den schönen Ausblick, aber der Ausblick verschlug einem auch wirklich den Atem.

Am Abend in der Stadt gab es wiederholt Stromausfälle, und das bei ohnehin karger Strassenbeleuchtung. Ohne Taschenlampe wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen. Auf dem Weg ins Hotel wurden wir von einem Rudel Strassenhunden belagert, die übberaschend langes Fell hatten, wie Bobtails. Im Nachhinein war die Idee, sie mit etwas Essen zu besänftigen, wohl kein guter Plan. Als ich mich davonstehlen wollte, schnappte einer nach meiner Hand, die ich nur mit Glück rechtzeitig wegziehen konnte. Zum Glück verfolgten sie uns nicht ins Hotel.

Tags darauf machten wir eine weitere Jeeptour über den höchsten Pass der Welt ins Nubra-Tal, wo wir einem äusserst neugierigen Murmeltier begegneten. Die Mischung aus schneebedeckten Bergen, Kamel-Wüste und Grün war schon fast komisch, aber trotzdem beeindruckend und schön. Am nächsten Tag ging unsere Reise auch schon weiter Richtung Srinagar, von der ich später noch ausführlich berichten werde.

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Leh_Koenigspalast

Königspalast in Leh

Leh von oben

Leh von oben

Pangong Lake

Pangong Lake

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Reisef

Wie letztens bereits hier veröffentlicht bin ich schon mitten in der Vorbereitung für meinen den Reiseführer werde ich jetzt noch sorgen. Auf Amazon habe ich schon geschaut und ein paar vielversprechende Dinger gefunden. Nun noch bei billiger.de ein paar Preise für Reiseführer vergleichen, dann kann auch die geistige Vorbereitung für Ladakh starten. Excited!

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Reisevorbereitungen f

ladakh-BergeDer September ist zwar noch ein wenig weg, trotzdem bin ich schon mitten in den Reisevorbereitungen für meinen Trip nach Ladakh. Ab 5. September geht es los mit dem Trekking- und Mountainbike Urlaub in der Gebirgsregion in Nordindien. Nachdem ich einige Tage in großer Höhe außerhalb des bewohnten Gebiets im Zelt verbringen werde, möchte ich sobald als möglich die komplette Ausrüstung zusammenhaben, damit ich dann nicht im letzten Abdruck im Stress was vergesse.

Bike:
Ich werde zwar nicht mein eigenes Mountainbike für die Befahrung des Khardung La mitnehmen, einige Teile wie die Pedale und Schuhe werde ich aber bestimmt selbst vor Ort mitbringen. Werde mir in den nächsten Tagen noch ein Paar der Look Keo Easy irgendwo bestellen.

Rucksack:
Beim Rucksack werde ich wieder wie bei der Kilimanjaro Besteigung auf das gute, alte Teil von Aarn zurückgreifen. Da der Rucksack unleistbar ist, auch wenn er sein Geld wert ist, werde ich mir den wohl von einem Freund nochmals leihen.

Schlafsack:
Den leiht mir leider niemand mehr. Nachdem ich den Schlafsack eines Freundes am Kilimanjaro geruchsunneutral wieder retourgebracht habe, muss ich mir diesmal wohl selbst einen kaufen. Habe schon zwei im Visier, beide gefunden auf verticalextreme.de, das schaut mir auch vom Preis her vernünftig aus. Wird wahrscheinlich der Mountain Equipment Xero 750 werden, aber mal schauen was sich noch findet.

Reiseapotheke:
Wie gesagt, fernab der Zivilisation sollte man möglichst alles mithaben was man eventuel brauchen kann. Kopfschmerzen und Magenprobleme in der Höhe kenne ich schon, werde mich also dementsprechend vorbereiten. Auf Diamox werde ich auch in Ladakh wie schon bei der Kilimanjaro Besteigung verzichten.

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Austria goes Asia

Wellness heißt Asien. Das ist auch in der österreichischen Provinz so. So schmeißt sich das Rogner Bad Blumau laut dieser Pressemeldung voll auf den Indien Zug. Ayurveda wird verstärkt angeboten. In Leoben etwas weiter nördlich haben die Falkensteiner Hotels überhaupt ein ganzes Haus im Asien Style gebaut mit dem Hotel Falkensteiner & Asia SPA Leoben. Und das Linsberg Asia ist ohnehin wie ein kleines China Town in Niederösterreich.

Warum das so ist? Die Asiaten gelten als gesund, entspannt und ausgeglichen in unseren Breitengraden. Das sind Eigenschaften, die uns fehlen und die sich immer mehr Menschen in good old Europe wünschen würden. Was also liegt näher, als den Wellness Urlaub im asiatischen Stil zu verbringen. Richtig, gar nichts!

Oder doch? Das Linsberg Asia läuft anscheinend nach dem ersten Hype so gar nicht mehr entspannt und locker. Der erste GM musste ja bereits seinen Hut nehmen. Im Sommer hat auch die Therme Blumau so ihre Schwierigkeiten, die Betten zu füllen. Wellness ist eben kein Ganzjahresthema. Vielfach werden die Asien SPA´s und Programme aufgenommen, um etwas Neues zu schaffen. Der durchschnittliche Thermengast allerdings gibt sich mit Wasser und Wärme zufrieden und ist glücklich, wenn er im warmen Wasser nach Herzenslust plantschen kann.

Übrigens: die Mär vom entspannten Asiaten ist ins Reich der Fabeln zu verweisen. Nirgends ist die Selbstmordrate höher als in Japan.

Indien – Rajastan Rundreise mit dem Auto

Also gut . Da kam ich also in Indien, genauer gesagt in Delhi an. Ich war ja Dank der schillernden Berichte einer Kollegin, die vor zwei Wochen aus derselben Stadt von einer Geschäftsreise zurück gekehrt war, bestens über die Verhältnisse auf den Straßen, in den Städten, über die Menschen und die Kultur unterrichtet worden. Außerdem begibt man sich nicht als voller Ignorant auf eine Weltreise und studiert brav einen Reiseführer (der zu meiner Überraschung einige Dinge sehr kritisch ansprach und mich davon überzeugte, dass es auf Grund meines von vornherein schon sehr kurzen Aufenthaltes in Indien besser wäre im Vorfeld zumindest einen verlässlichen Fahrer zu organisieren).

Taj Mahal in Indien

Also wieder zum Anfang. Und ich entschuldige mich hier gleich mal für meine Abschweifungen, die jedoch von jedem Leser auch als Merkmal einer Weltreise gesehen werden können, schließlich kommen viele Dinge anders als erwartet, was nicht das schlechteste sein muss. Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt lief nach dem selben Schema ab wie ich es aus Zimbabwe kannte – zuerst geiert eine Horde Taxifahrer darum, einen fahren zu dürfen und bestätigt zu wissen wo das gesuchte Hotel sei. Am Ende kurvt man Stunden durch eine Nachbarschaft und versucht sich im Türschild-Lesen, bis einen der Taxifahrer in voller Verzweiflung über diesen hartnäckigen Europäer beinahe einfach vor die Tür setzen will. Nach drei Stunden des umherirrens fanden wir schließlich das Hotel. Zu diesem Zeitpunkt machten mir die Nacht in der Holzklasse von British Airways und der Smog schon ziemlich zu schaffen und ich war nur noch froh, bald ins Bett zu kommen.

Am nächsten Tag pünktlich um acht lernte ich meinen Fahrer für die nächste Woche kennen. Ich musste erfreut feststellen, dass die „organisierte“ Reise – deren Freund ich normalerweise nicht gerade bin, eine sehr intime sein wird, da ich der einzige Gast im Auto war. Die Fahrt aus der Stadt war unspektakulär, zumindest nach indischem Standard. Verkehrsregeln gibt es nicht, die Hupe ist das wichtigste und einzige an einem Fahrzeug, das funktionieren muss und auf dem Highway begegnen einem auch Karren, Rikschas und andere Gefährte. Ich kannte ähnliche Verhältnisse bereits aus meiner Zeit in Südafrika und schlief im Auto ein.

Das Taj Mahal – beeindruckend trotz Touristenmassen

Zu Mittag kamen wir in Agra an und ich startete sofort zur Besichtigung des weltberühmten Taj Mahal. Ein Prunkbau aus feinstem, weißem Marmor, erbaut als Mausoleum für die Frau des Maharadschas im 17. Jahrhundert. Besonders beeindruckten hier die Marmor-Einlegarbeiten – die farbenfrohen „Malereien“ sind in Wirklichkeit farbige Steine, die in den Marmor eingearbeitet wurden und prächtige Ornamente und Muster ergeben. Die gesamte Anlage strahlt majestätischen Glanz aus und lädt trotz touristischem Trubel zum Verweilen ein. Meine Freundin hätte sich mit Sicherheit schon als Maharani durch den Park wandern sehen. Für mich ging der Besichtigungstrip gleich weiter zum Red Fort – der Wehranlage in Agra. Eine ebenfalls durch Größe und Prunk beeindruckende Festung mit direktem Blick auf den Taj Mahal.

Ausflug nach Fatehpur Sikri

Der nächste Tag der Reise führte mich nach Fatehpur Sikri – einer Geisterstadt, die auf Grund von Wassermangel zu Maharadscha-Zeiten nur kurz bewohnt war. Durch meine frühe Ankunft am Morgen, strahlte die Sonne flach auf die mächtigen Sandsteinbauten und tauchte die ganze Anlage in mystisches Rot. Wie zu jener Zeit üblich, spiegelt sich in der Bauweise der einzelnen Palastgebäude die Religion der jeweiligen Frau des Maharadschas wieder – ein Palast in christlicher, einer in muslimischer und einer in Hindu-Bauweise.

Vogel in Indien

Den Nachmittag verbrachte ich in einem außergewöhnlichen Vogelschutzgebiet, in dem ich einige großartige Bilder von Eisvögeln und Schwarzstörchen machen konnte. Obwohl die Tour mit der Rikscha meines Wissens nach nur zwei Stunden hätte dauern sollen, verbrachte ich beinahe doppelt so viel Zeit hier, was sich am Ende als heftiges Streitthema zwischen meinem Fahrer, den beiden Tourguides und mir herausstellte, da man natürlich für die zwei zusätzlichen Stunden bezahlen musste, mein Fahrer schon vor Stunden aufbrechen wollte und ich hartnäckig erklärte, dass ich mehrfach auf das Zeitlimit hingewiesen hatte. Geschäft auf indisch eben. Auf der 200km langen Strecke zum Rathambore Nationalpark wurde mir schließlich bewusst, warum mein Fahrer darauf drängte rechtzeitig los zu fahren. Die fünfstündige Fahrt verlangte nicht nur ihm sondern auch mir als Beifahrer ein ganzes Stück Nerven ab. Chaos total in der Dunkelheit mit Schlaglöchern, LKWs und dem üblichen indischen Straßenwahnsinn. Ich vertraute meinem Schutzengel und lauschte dem Sound von Vanessa Mae auf meinem iPod.

Safari in Indien

Am nächsten Morgen ging’s gleich sehr zeitig los zur ersten Safari in den Nationalpark. Mit meinen Erinnerungen an die heißen Safaris in Südafrika und Kenia kuschelte ich  mich unter die Decken auf dem offenen Safarijeep – ich war dankbar für die Winterjacke in meinem Rucksack, da ich den indischen „Winter“ beinahe unterschätzt hätte.

Durch eine enge Schlucht ging es zuerst in das Schutzgebiet wo sich sanfte Hügel mit Felsklippen, kleinen Seen und Buschland vermischten. Eine Menge Großgazellen sorgten hier für die ersten „Ahh“s und „Ohh“s auf meinem Jeep. Die Guides hielten ständigen Funkkontakt untereinander, um eventuellen Tigersichtungen nach zu spüren und es dauerte nicht allzu lange bis wir Erfolg hatten. Der Anblick der mächtigen Raubkatze war wohl eine der schönsten Erfahrungen auf meiner Reise. In dem Moment in dem man das Tier endlich erkennen kann und den Moment auskostet, fleißig fotografiert und an nichts anderes denkt, vergisst man die Zeit und alle anderen Gedanken.

tiger in indien

Auf der Nachmittagssafari gab es bis zum Schluss nicht mehr allzu viel zu sehen, da die meisten Tiere der Nachmittagshitze auswichen, doch zum Schluss hatte ich noch einmal das Glück einen der Tiger zu sehen. Dieses Mal kletterte ich sogar auf das Dach des Safaribuses, um einen möglichst guten Blick zu erhaschen.

Jaipur – die rosarote Stadt

Jaipur – „Die rosarote Stadt“ war das Ziel der nächsten zwei Tage. Nach der Ankunft verbrachte ich den Nachmittag mit der Besichtigung des Astronomischen Zentrums, wo es allerlei Messinstrumente zur Feststellung von Planetenkonstellationen, Sonnenzeit und Mondposition zu bewundern gab – ich wusste nicht viel über diesen Ort und dachte an ein langweiliges Museum. Es stellte sich jedoch heraus, dass die meisten Objekte haushohe Konstruktionen in einem Freiluftpark waren und zweifelsfrei von großem Erfindergeist zeugten (wie zum Beispiel einen Sonnenuhr, die die astronomische Zeit auf zwei Sekunden genau anzeigt). Danach spazierte ich noch durch den Stadtpalast, der nicht durch seine Alter, dafür aber durch Farbenpracht und Anlage beeindruckt.

Am darauf folgenden Morgen stoppten mein Fahrer und ich noch am Palast der Winde, der sich zu meiner Überraschung nur als Fassade herausstellte. Zu Maharadschazeiten verbargen sich hinter den tausenden kleinen Fenstern und Erkern die Maharani, um, von der Öffentlichkeit verborgen, den Paraden des Maharadschas auf der Straße zuzusehen.

Amber Fort Indien Jaipur

Die letzte Station meines kurzen Indienaufenthaltes war nun das Amber-Fort. Eine Palast- und Wehranlage, die erhaben auf den Hügeln vor Jaipur über mehrere Generationen hinweg gebaut und erweitert wurde. Die typische Bauweise mit öffentlichem und privatem Audienzbereich, sowie den Innenhöfen und Aussichtspalästen zeigten die kulturelle Geschichte und Großartigkeit von Rajastan und bilden einen starken Kontrast zu den oft erschreckenden Zuständen, die einem im Straßenalltag begegnen.

Wie in Indien üblich beharrte mein Guide nach der Tour darauf, mir die Kunst der Steinschleiferei zu zeigen, was – wenig überraschend – in einem Verkaufsraum endete. Nach acht Tagen in Indien war ich auf das ja schon vorbereitet. Was mich allerdings wirklich zum Staunen brachte, war die Tatsache, dass sich in Mitten von Müllhalden aus denen Schweine fraßen, ein Juwelier befand, dessen Schauraum wahrscheinlich genauso gut auf der 5th Avenue in New York hätte sein können. Diese Bild beschreibt meinen Indien-Eindruck wohl am besten – Gegensätze wie ich sie sonst noch nirgends erlebt habe.

Nach der Fahrt zurück nach Delhi verbrachte ich noch ein paar Stunden im Hotel, bevor ich gegen Mitternacht zum Flughafen aufbrach – die letzte Woche war unglaublich interessant und von kulturellen Sehenswürdigkeiten geprägt, wenn gleich auch sehr anstrengend. Zum ersten Mal seit meiner Abreise kam Urlaubsstimmung auf, als ich in Delhi auf meinen Flug wartete und Freddy Mercury lautstark in meinem iPod hämmerte.

Hier geht´s zur Übersicht über die Reiseberichte von Lukas‘ Weltreise

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