EM Tourismus stockt

Die EM 2008 war ein voller Erfolg. Österreich und die Schweiz hatten vor vier Jahren das Vergnügen die rentabelste Fußball EM aller Zeiten zu organisieren. Erfolgreich für alle? Nicht ganz. Die Host Cities hatten am Ende allesamt ein großes Loch und ein fettes, rotes Minus zu Buche stehen. Auch meine Home Base Innsbruck war davon nicht ausgenommen, der Wirbel um das Euro Budget forderte als Tribut sogar den Kopf des damaligen Vizebürgermeisters.

EM in Polen und der Ukraine

Nicht anders schaut es in Polen und der Ukraine aus. Zugegebenermaßen, Ukraine und Polen sind nicht gerade die Nummmer 1 Reiseländer, sieht man mal von ein paar Ostseejunkies ab und den paar Wahnsinnigen Russen die sich in alter Ostblocknostalgie auf der Insel Krim sonnen. Das Resultat und die Enttäuschung über die ausbleibenden Gäste muss man sich aber selbst zuschreiben. Die Kosten sind für die meisten ganz einfach nicht bewältigbar.

Besonders in der Ukraine sind die Preise für Hotelzimmer raketenartig nach oben geschossen. Interessiert den durchschnittlichen Fußballfan natürlich wenig neben dem Flug nach Osten auch noch Hunderte von Euros für lausige Hotelzimmer auszugeben. Die Veranstalter von Großereignissen machen da die Rechnung immer öfter ohne den Wirt.

Das Problem aber beginnt schon ganz woanders. Politik und die mächtigen Sportverbände treffen gemeinsam Entscheidungen die dem Normalverbraucher mehr als sauer aufstoßen. China (antidemokratisch) erhält die Olympiade, Russland (antidemokratisch) erhält gleich Olympia und Fußball WM, Ukraine (antidemokratisch) richtet die EM aus und Katar (no comment) überholt England bei der Vergabe der Fußball WM dank der Ölmilliarden rechts. Dass hier der Korruption Tür und Tor sondersgleichen geöffnet werden ist wohl für einen Blinden mit Krückstock zu sehen. Uns Fußballfans interessiert es natürlich wenig sich am A der Welt in Sotschi Skirennen anzusehen.