Interview mit dem Comedian Traveller

Albert Karsai, ist Weltenbummler, Reisejournalist, Lehrer – kurzum Factotum mit Humor alias Comedian Traveller. Für uns hat sich der Asien Spezialist für ein Interview Zeit genommen. Viel Spaß auf der Reise durch ein Leben in Bewegung. Am Bild, das ist übrigens nicht Albert 😉

Reisejunkie: Albert, vielen Dank dass du dich bereit erklärt hast, mit uns ein Interview zu führen. Wie bist du auf den Namen Comedian Traveller gekommen,  unter dem du deinen Reise Blog schreibst?

Albert Karsai: Comedian Traveller ist eine Anlehnung an die Comedian Harmonists, die mit ihren witzigen Liedern im Deutschland der Zwischenkriegszeit Furore machten. Und da in vielen meiner Texten (v.a. in den Büchern) der Humor eine wichtige Rolle spielt – weil ich Reiseliteratur eben auch als Unterhaltungsliteratur verstehe – habe ich kurzer Hand den Comedian Traveller »erfunden«.

R: Du hast einige Bücher geschrieben, warst Lehrer. Kann man als Reiseautor und Journalist überleben oder hast du einen Brotberuf?

AK: Es gibt schon Reiseschriftsteller, die davon leben können, aber es sind halt nur sehr wenige. Auf mich trifft das jedenfalls nicht zu, ich betreibe es momentan als sehr erfüllendes Hobby, und Comedian Traveller ist meine Spielwiese. Aber ich bemühe mich schon auch konsequent, diese Sache voranzutreiben. Auf die Frage, was mein Traumjob wäre, würde ich auf jeden Fall mit »Reiseschriftsteller« antworten. Bis dahin verdiene ich meine Brötchen (oder besser gesagt, meinen Reis) in einem Lebensmittelanalytik-Unternehmen.

R: Ich habe gelesen, du hast deine Frau in Vietnam kennengelernt. Wie ist es dazu gekommen?

AK: Ich kam als Volunteer für 2,5 Monate nach Vietnam, es war als eine Station eines längeren Asien-Aufenthalts geplant. Kurz vor meiner Abreise habe ich sie dann kennengelernt und beschlossen, in Vietnam zu bleiben. Dazu musste ich allerdings meinen Job in Österreich kündigen. Die ganze Geschichte habe ich in meinem Buch »Plötzlich in Vietnam« aufgearbeitet. Jetzt leben wir aber gemeinsam in Wien.

R: Du hast dann einige Zeit in Vietnam gelebt. Wie hast du dich in dieser Zeit durchgeschlagen?

AK: Ich habe als Englischlehrer an einem großen Sprachinstitut in Hanoi gearbeitet. Mein Englisch war schon davor auf einem sehr hohen Niveau, aber erst nach Absolvierung eines sehr arbeitsintensiven, einmonatigen Lehrer-Kurses (CELTA) habe ich eine Anstellung gefunden.

R: Vor allem in Asien scheinst du Dich gut auszukennen. Was beeindruckt dich an diesem Kontinent?

AK: Das kann ich rational nur schwer erklären. Ich fühle mich dort einfach wohl, und irgendetwas zieht mich immer wieder in diese Weltgegend. Erinnerungen an ein früheres Leben? Fakt ist, dass es viele Menschen gibt, die eine besondere Beziehung zu einer ganz bestimmten Region haben.

R: Wohin sollte man auf jeden Fall reisen, was muss man gesehen haben, wenn man vorhat, Asien zu besuchen?

AK: Nun, ganz Asien habe ich auch noch nicht gesehen, aber es hängt wirklich davon ab, was einem gefällt und was einen zum Reisen motiviert. Ich sehe das Reisen – neben aller Neugier auf alles, was »anders« ist – immer auch als Reise zu mir selbst. Längere Reisen haben immer auch diese persönlichkeitsverändernde Komponente. Was ich aber jedem ans Herz legen möchte ist, möglichst viel auf eigene Faust zu unternehmen. Man lernt ein Land so einfach besser kennen.

R: Vielen Dank für das Gespräch, wir hoffen bald mal einen Artikel von Dir auf unserem Reise Blog lesen zu können.

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