Bergschreiber im Zillertal: Web 2.0 Verhau!

Social Media ist en vogue, cool und hipp. Wer was zu sagen hat, bloggt, twittert und facebooked. Und wer nichts zu sagen hat, der …. hmmmm….. stellt jemanden an der gegen gutes Geld das selbe macht: bloggen, twittern, und facebooken. Nachdem man in Australien mit dem „Best Job in the World“ einen tollen Erfolg gefeiert hat, sind nun auch die heimischen Touristiker draufgekommen: entweder es wird über dich geredet im Web ZwoNull oder du musst die Leute zwingen dass sie über dich reden.

Der Bergschreiber: Social Media made by Zillertal

Zillertaler gelten gemeinhin als sparsam und geschäftstüchtig. Es gibt sogar Leute die sagen, Zillertaler sind verschlagen. Tztztztztztztztz…. das wollen wir hier mal unkommentiert lassen. Mit der Aktion des Bergschreibers schießt man aber doch ein wenig übers Ziel hinaus.

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Worum geht es konkret? Vom 10.12.10-20.12.10 darf der Bergschreiber, ein noch unbekanntes Online Factotum, auf Kosten des Skigebiets Hochfügen 10 Tage lang Urlaub im schönen Zillertal machen. Gegen ein Taschengeld von 3000 Euro muss dafür laufend aus dem Skigebiet berichtet werden. Via Blog, Facebook, Twitter und Youtube wird die (noch überschaubare) Fangemeinde des Bergschreibers am Laufenden gehalten was denn in der Vorsaison im Zillertal so abgeht. Hurra!

Liebe Freunde aus dem Tal der Gesetzlosen: vergesst ihr dabei nicht auf das Grundprinzip des Bloggens? Wird Euer Bergschreiber tatsächlich seine Meinung bloggen dürfen oder muss man sich für die 3000 € dann doch prostituieren? Die Hand die einen füttert, beißt man nicht. Man wird über die grandiose Aussicht jubeln, dabei aber die gesalzenen Preise auf den Skihütten untern Tisch fallen lassen. Man wird über die Gastfreundschaft berichten, über weiße Pisten, nicht aber darüber dass neben den Pisten das Zillertal im Normalfall noch mehr an Ostern als Weihnachten erinnert. Tja, der Klimawandel macht eben auch vor Tirol nicht Halt, darüber aber zu schreiben?

Übrigens, bevor sich die Zillertaler einmal mehr als die Ausgebeuteten und Gescholtenen fühlen: die Aktion die das Kleine Walsertal grad online hat, finde ich genau so schlecht. Hier wird der Social Media Sklave überhaupt eine ganze Saison gehalten. Bleibt nur zu hoffen, dass diese erkauften Aktionen gegen den Geist von Social Media vom Publikum abgestraft werden und außer einiger PR Meldungen keinerlei Beachtung finden.

Quelle: Tirol Blog

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