Brasilien – Regen im Paradies und Sonnenuntergang am Zuckerhut

Da mein Schatz doch eher auf der verwöhnten Seite des Lebens steht, quartierten wir uns nicht etwa in ein paar Jugendherbergen ein sondern buchten ein edles SPA Hotel schon einige Wochen zuvor. Was wir nicht ganz bedacht hatten war die dreistündige Fahrtstrecke von Rio nach Buzios, die wir mittels Taxi (hier war Feilschen ohne Ende angesagt) zurücklegten.

Gleich bei der Ankunft stellten wir fest, dass wir hier wohl wirklich im Luxusort Brasiliens angekommen waren und ließen am Pool unter den Palmen die Seele baumeln. In den nächsten Tagen war daran allerdings nicht mehr oft zu denken, da Dauerregen und Gewitter nur einige kurze Spaziergänge an den Strand oder in die Stadt zuließen. Die ist im übrigen sauteuer und hat leider nicht viel zu bieten. Buzios scheint zwar in Südamerika für Luxus und Exklusivität zu stehen, kann diesbezüglich aber nur mit den Preisen mithalten. Wir überlegten schon, ein paar Tage früher zurück nach Rio zu fahren, verwarfen diese Pläne allerdings wieder und reisten wie geplant zwei Tage vor unserem Rückflug nach Buenos Aires ab.

strand in brasilien

Die Zeit in Buzios stellte wohl unsere Beziehung auf einen guten Prüfstand und ich kann mit Stolz sagen, dass wir, im Gegensatz zu anderen Pärchen in unserem Hotel, deren Aggressionspotential vom Wetter beeinflusst von Tag zu Tag größer wurde, diese Prüfung hervorragend meisterten. Rio de Janeiro begeisterte uns beide schon auf der Fahrt vom Flughafen in unsere Unterkunft. Dieses Mal eine Jugendherberge und kein Luxushotel!. Der erste Stadtspaziergang führte uns gleich an die weltberühmte Copa Cabana.  Überraschend wenig Menschen tummelten sich auf dem riesigen Strand, sodass wir beschlossen für den Rest des Abends hier zu bleiben. Pizza aus dem Pizzakarton und Bier aus der Plastikflasche waren unser Abendessen unter Sternenhimmel im feinen Sand der Copa Cabana – kitschig!

Für den nächsten Tag nahmen wir uns das Hardcore Sightseeing Programm vor – zuerst zur Christusstatue. Nein, Moment, zuerst verzweifelte Suche nach der Bushaltestelle für den Bus zur Christusstatue, dann erst Christusstatue. Wie so oft an entlegenen Orten der Welt, die man nicht gerade jedes Wochenende besuchen kann, schlägt Murphys Gesetz in voller Härte zu: die Statue war zur Gänze eingerüstet und ließ so nur ihre wahren Ausmaße erahnen. Die Touristenattraktion ist trotz Menschenmassen den Besuch mehr als nur wert, da man nirgends einen atemberaubenderen Blick auf die Metropole werfen kann als hier.

In der Nachmittagshitze schlenderten wir dann bei 37 Grad ein wenig durch die Stadt, schauten demotiviert auf das kleine Fort an der Copa Cabana und verkrümelten uns nach einem kurzen Stopp am Ipanema Beach für ein Mittagsschläfchen in unserem Bett. Die letzte Destination unserer Reise war dann natürlich der Zuckerhut, an dessen Gipfel wir zwar nicht mehr rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren, dafür aber die kühle Brise genossen. Außerdem hielten sich nicht mehr viele Menschen dort oben auf, sodass wir beinahe zwei Stunden am Gipfel verbrachten und die Aussicht auf die hell erleuchteten Strände in Mitten des riesigen Ballungszentrums aufsaugten.

rio de janeiro strasse

Nun war der Tag gekommen, an dem ich meine Heimreise antrat, zuerst zwar nur mit Zwischenziel Buenos Aires (natürlich wieder mit meiner vielgeliebten Aeronlineas Argentinas – ich wiederhole mich hier vielleicht, aber diese Fluglinie ist wirklich das Letzte), aber schon in dem Gefühl am Abend des nächsten Tages wieder in Richtung Europa aufzubrechen. Das Wiedersehen mit meinen Eltern in der argentinischen Hauptstadt feierten wir gebührend, auch wenn einige Großdemonstrationen zum Nationalfeiertag für einiges an Chaos in der Stadt sorgten. Nichts desto trotz ist jede Großdemo bei uns ein Kinderspiel gegen südamerikanisches Temperament und Schlagzeugbands, die ihre Parolen lautstark durch die Straßen trommeln.

Die letzten Stunden vor unserer Abreise verbrachten wir noch damit, unsere Kreditkarten beim Shoppen zum Glühen zu bringen und fuhren gemeinsam zum Flughafen, mussten jedoch auf Grund von unterschiedlichen Flugallianzen ab dem Check-In getrennte Wege gehen.

Elf Stunden Flug, Umstieg in Madrid, Kurzstrecke nach München und Fahrt nach Innsbruck brachten mich schließlich wieder zurück in die Heimat. Glücklich, dass alles ohne Probleme ablief, dass ich gesund und im Ganzen wieder angekommen war und Freunde und Verwandte wieder sehen konnte, fiel ich todmüde ins Bett… mit dem Gedanken daran, wann und wohin ich wohl als nächstes Reisen werde!

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