Prag: Mysthische Moldaumetropole

pragNicht so trendy wie Barcelona, aber schöner. Nicht so aufregend wie London, aber näher. Nicht so aufgemotzt wie Paris, aber günstiger. Die goldene Stadt Prag wird derzeit bei Städtereisenden ganz fürchterlich unterschätzt und unter Wert gehandelt. Ich war 2009 zuletzt dort und wie immer begeistert von der Moldaumetropole.

Bei meinem ersten Prag Besuch in den 90er Jahren haftete der Stadt noch etwas der Mief des erst kürzlich verschiedenen Kommunismus an. Besonders außerhalb des Stadtzentrums war die Stadt für westliche Augen noch nicht vorzeigbar. Das hat sich in den folgenden 15 Jahren geändert. Nun gut, die Randbezirke sind noch immer keine Juwelen, aber wo sind sie das schon? Das Herangehen der Prager an Ausländer ist mittlerweile aber ein anderes. Man hat sich scheinbar daran gewöhnt, von Touristen überschwemmt zu werden.

Prag selbst, also das Stadtzentrum mit den Sehenswürdigkeiten, ist dabei noch immer dasselbe geblieben. Auch im Frühling wenn die ersten Blüten sich zeigen, mutet alles irgendwie mysthisch und dunkel an. Es lohnt sich während des Urlaubs in einer Ferienwohnung im Zentrum zu wohnen, um nur wenige Minuten der schönsten Sehenswürdigkeiten entfernt zu sein – viele verschiedene Optionen an. Der Hradschin, der Prager Burgberg, thront majestätisch wachend über der Stadt. Es empfiehlt sich, nicht mit dem Bus hinaufzufahren um oben die Prager Burg zu besichtigen, sondern den Weg zu Fuß in Angriff zu nehmen. Durch die dunklen und engen Gassen hinauf, durch die einst Franz Kafka wandelte als er sich zu seinen Romanen, die einer Traumwelt gleichen, inspirieren ließ. Viele der Häuser sind übrigens noch immer bewohnt.

Auch die Altstadt selbst ist stets etwas düster gekleidet. Besonders zu empfehlen ist Prag in der Adventszeit. Zwar kann es schon mal recht kühl werden, dafür ist die Stimmung eine ganz besondere. Die Stände zwischen Wenzelsplatz und Pulverturm sind toll mittelalterlich gestaltet. Natürlich, ein bisschen Kitsch darf es schon sein, aber es hält sich in Grenzen. Der Gang über die Karlsbrücke ist besonders im Dämmerlicht eines Herbst- oder Winterabends sehr stimmig. Dann wenn sich das Wetter an das vorherrschende Grau der Stadt angepasst hat. Auch ein toller Tipp ist zu dieser Zeit der jüdische Friedhof. In Prag soll der Legende nach damals der Golem in der starken, jüdischen Gemeinde umgegangen sein.